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  Du befindest dich hier: home  bmwm3  Geschichte Die Geschichte des M3

Der Clan der Brandstifter
( Hauptquelle: Autozeitung, Sonterdruck aus Heft 21/2000)

Seit 14 Jahren sorgt das Kürzel M3 für beschleunigtes Herzklopfen in der BMW-Fangemeinde. Der neugeborene Enkel setzt die vom Opa begonnene Tradition fort.

Es war 1986: Der erste BMW M3 kam auf die Straße. Die zweitürige Sportlimousine mit einem Vierzylinder-Vierventil-Triebwerk war eindeutig aus dem Zweck heraus entstanden, als Basis für eine Homologation im Motorsport zu dienen - was man ihr auf Anhieb ansah.


Der erste M3 mit Kotflügelansätzen für den Renneinsatz

Dementsprechend war das Leistungsangebot, das bei 195 PS begann und später bei 238 PS endete. Optisch konnte die "gezähmte" Straßenversion ihre Herkunft nicht verleugnen, die als Homologationsmodell die gleichen verbreiterten Kotflügel und eine bespoilerte Heckhaube wie das Rennauto haben musste. 5000 Exemplare wurden in kurzer Zeit hergestellt, um an Tourenwagenrennen der sogenannten Gruppe A teilzunehmen. Bis zum Ende seiner Laufzeit 1992 wurden von diesem kantigen Auto immerhin fast 18 000 Einheiten gebaut. Darunter fielen auch einige limitierte Sonderauflagen wie etwa der M3 Evolution, heute ein gesuchtes "Schätzchen". Das boulevardtauglichere viersitzige Cabrio ergänzte schon die erste M3-Modellpalette.


Das M3 Cabrio, Serie 1: offen, kantig, drehfreudig.

Als 1990 der damals neue 3er (E 36) auf den Markt kam, wurde von den M3-Fans sofort der Wunsch nach einer Neuauflage des M3 laut.


Flügelwerk: also M3 Evo bis zu 238 PS

1992 war es dann soweit: Im Karosseriekleid des 3er Coupé und im Aussehen wesentlich dezenter als der erste M3, kam die zweite Generation des M-Automobils auf den Markt. Unter ihrer Haube prangte ein Sechszylinder-Reihenmotor mit stolzen 286 PS aus drei Liter Hubraum. Der neue M3 war der erste BMW mit Vanos, einem stufenlos verstellbaren System zur Spreizung der Nockenwellen. Zunächst nur auf der Einlassseite angewandt, steigerte dieses patentierte BMW-System spürbar das Drehmoment im unteren und mittleren Drehzahlbereich.

Technisch interessant war darüber hinaus der erste Einsatz einer von BMW selbst entwickelten Motorsteuerung, deren Rechenleistung bei immerhin 20 Millionen Befehlen pro Sekunde lag. Beeindruckende Zahlen auch bei den Fahrleistungen: Die zweite BMW M3-Generation bot Werte, die auf dem Niveau wesentlich teurerer Sportwagen lagen. Preis-/Leistungsverhältnis, hohe Alltagstauglichkeit und vernünftiger Benzinverbrauch waren im Vergleich fast unschlagbar. Den M3 gab es nicht nur als zweitüriges Coupé, sondern später auch als Cabriolet und sogar als viertürige Limousine, was seinem sportlichen Image bei Kunden und Testern keinen Abbruch tat. Eine französische Fachzeitung erkor den M3 nach einem Vergleich mit dem übrigen Auto-Adel sogar zum "Auto des Jahrhunderts". Mehr und mehr erfreute sich der M3 auch jenseits des großen Teiches, in Nordamerika, großer Beliebtheit; mittlerweile gehen mehr als 60 Prozent aller M3 in die Vereinigten Staaten, in unzähligen M3-Clubs huldigen Fans dort diesem speziellen Automobil auf ganz besondere Art.

Weil Lob stimulierende Wirkung nachgesagt wird und Fahrer leistungsstarker Automobile bekanntlich nach immer mehr Power fragen, legte BMW M Ende 1994 eine Kleinserie als M3 GT auf, nur in British Racing Green lackiert, mit Spoilern an Bug und Heck und natürlich etwas mehr Leistung: 295 PS waren jetzt das obere Ende der Skala.

Schon ein Jahr später wurde das Erfolgsautomobil M3 mit noch mehr Schub ausgestattet, es erfuhr eine tiefgreifende Evolution. Wieder standen mehr Leistung und mehr Drehmoment an - 321 PS aus 3,2 Liter Hubraum, nun mit Doppel-Vanos, waren fortan die Richtschnur für die Konkurrenz, also über 100 PS pro Liter Hubraum. Diese Kraft wurde serienmäßig über ein Sechsgang-Getriebe auf die Hinterräder übertragen.
BMW bot den M3 - als erster Automobilhersteller der Welt - gegen Aufpreis auch mit dem sequenziellen M-Getriebe (SMG) an, einer Konstruktion, die auf dem herkömmlichen Getriebe des M3 basierte, deren Kupplung aber elektro-hydraulisch beim Wechseln der Gänge aktiviert wurde. Der Fahrer brauchte damit kein Kupplungspedal mehr zu treten, und er konnte die Gänge durch einfaches Ziehen bzw. Drücken am Schalthebel blitzschnell in einer Ebene wechseln. Anfänglicher Skepsis folgte ein Boom - zu Ende seiner Produktionszeit installierte man jedem zweiten M3 ein SMG-Getriebe.

Doch nicht nur auf der Motorseite zeigten die M-Ingenieure Mut, sie setzten auch beim Fahrwerk der dritten Generation Maßstäbe. So hatte der M3 erstmals die sogenannten "Compound-Bremsen", eine schwimmend gelagerte Konstruktion der Bremsscheiben, deren Vorteile in besserer Wärmeableitung und größerer Lebensdauer bestehen.


Kantigkeit von 1986

aerodynamische Ikone von 1992

klassisches Oval von 2000

71 700 Mal lief er in Regensburg vom Band, er war von 1992 bis 1999 der Star der umfangreichen BMW 3er-Palette, die in der Oberpfalz gefertigt wird. Der Name ist nur eine schlichte Buchstaben-Zahlen-Kombination, doch "M3" steht für High Performance, hervorragende Motorleistung und bestechendes Handling, also für die Freude am Fahren in der Worte wahrster Bedeutung. Das meistverkaufte M-Automobil aller Zeiten ist er obendrein. Da bleibt nur noch zu sagen: Auf ein Neues.

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